Ursprung der Kirche

Die Entstehung der Kirche in Marienstein ist nicht durch Urkunden nachgewiesen und kann daher zeitlich nicht festgelegt werden. Heimatforscher gehen davon aus, dass sich im Mittelalter eine Burganlage auf dem Marienstein befunden haben muss, die möglicherweise durch die Hussiten zerstört wurde. Zu einer Burganlage gehört in der Regel auch eine Kapelle, so dass man annehmen kann, dass die Kirchengründung weit in das Mittelalter zurückgeht. Auch das Patrozinium "Petrus und Paulus" lässt auf eine Kapelle innerhalb einer Burganlage schließen. Die erste Kapelle an dem heuitgen Platz der Kirche wurde nach der Überlieferung um das Jahr 1525 von den Satzenhofern, den damaligen Burgherren von Sengersberg errichtet. Aus den Visitationsberichten der Jahre 1559 und 1590 geht hervor, dass Marienstein schon damals zur Pfarrei Zell gehörte. Der Hochaltar war schon damals dem hl. Petrus geweiht, der Seitenaltar zuerst dem hl. Ägidius und später, wahrscheinlich seit dem Schwedenkrieg, der hl. Maria.

Baugeschichte 

Im Jahre 1719 wurde die Kirche erweitert. Die alte Kirche wurde abgebrochen und für 1.558 Gulden ganz neu und größer aufgebaut. Ein neuer Hochaltar wurde 1721 vom Schreiner Plattner von Süssenbach gemacht. Am 10. August 1729 wurde die neue Kirche von Weihbischof Langwert von Semmern eingeweiht. Am 18. März 1821 wurde durch Blitzschlag in den Turm die Kirche eingeäschert. Ein kleiner Teil der Einrichtung konnte aber gerettet werden. Am 14. Oktober 1821 konnte der damalige Pfarrer von Zell die neue Felsenkirche, so wie sie heute noch steht, feierlich einweihen.

1821 wurde wurde auch eine kleine Orgel angeschafft, die nach langen Verhandlungen 1846 durch die frühere Martinsneukirchener Orgel ersetzt wurde. 1848 wurde der Aufgang zur Kirche befestigt, man holte 92 behauene Steinstufen von Hundessen und errichtete damit die Treppe, die noch heute zur Kirche hinaufführt.

1922 wurde die Orgel der Filialkirche von Grund auf überarbeitet und renoviert. Zum 200-jährigen Jubiläum der Kirche  im Jahre 1929 erfolgte eine gründliche Renovierung. Der Kirchenmaler Rudolf Schmalzl aus Falkenstein renovierte die Kirche innen nach Entwürfen seines Sohnes, des Kirchenmalers Rudolf Schmalzl jun. aus München.

Am 17.02.1938 erfolgte die Umpfarrung in die 1924 errichtete Pfarrei Falkenstein und Marienstein wurde nun von hier betreut. 1949 wurde eine Sakristei an die Kirche angebaut. 1950 musste das morsche Dach erneuert werden und weil dafür ein Gerüst notwendig war, wurde auch gleich der Außenputz der Kirche erneuert. 1953 wurde eine neue Orgel gekauft und 1962 erfolgte wieder eine Innenrenovierung der Kirche. Der damalige Pfarrer Alois Vollath lies 1974 die Kirche außen neu verputzen und in kräftiger Farbe malen. Auch das wieder schadhafte Dach wurde renoviert und zum Teil erneuert. Damals wurden auch die Bleiverglasungen in die Fenster eingesetzt.

In den 1990er Jahren wurden zahlreiche Innen- und Außenrenovierungsarbeiten vorgenommen. Im Sommer 1991 wurde die Außentreppe saniert, da sie einzustürzen drohte. Die 1953 gekäufte Orgel war in der Zwischenzeit in einem schlechten Zustand, daher wurde 1993 die Anschaffung einer neuen, digitalen Orgel angeregt. Am 09. Oktober 1994 konnte die Orgel in einem feierlichen Gottesdienst von Pfarrer Hans Gschlößl eingeweiht werden. Die Orgel wurde von Prof. Friedemann Winklhofer gespielt. Die notwendige umfassende Innenrenovierung der Kirche wurde 1996 in die Wege geleitet. Die Kirchenbänke wurden erneuert, eine Bankheizung eingebaut und wieder ein Mittelgang geschaffen. Die Treppe zur Empore und der Fußboden der Empore wurden neu erstellt. Der Künstler Franz Berg aus Michelsneukirchen erstellte zwei prächtige Deckenmalereien. Sämtliche figuren und das Hochaltargemälde wurden restauriert. Der aus Holz geschnitzte Kreuzweg wurde dezent coloriert. Am 08. Oktober 2000 wurde die gelungene Innenrenoverung bei einem feierlichen Dankgottesdienst abgeschlossen.

Quelle: Festschrift und Kirchenchronik zur 275-Jahrfeier der Kirche St. Peter und Paul Marienstein